Was heißt „Digitalisierung der Energiewende“?

Die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert ein Kommunikationsnetz, das Erzeugung, Verbrauch und Stromnetz miteinander verknüpft. Denn das Stromnetz muss zur Integration der erneuerbaren Energien stets ausreichend Kapazitäten zum Ausgleich bereit halten. Das geht nur, wenn Erzeugungsanlagen und flexible Lasten sichere standardisierte Kommunikationsverbindungen nutzen können.

Worum geht es beim Einbau intelligenter Messsysteme?

Mit intelligenten Messsystemen soll die sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen der Zukunft ermöglicht werden. Ein Energieversorgungssystem, bei dem in erster Linie wetterabhängig erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien verbraucht wird, muss flexibel reagieren können. Daher benötigt es Informationen über Erzeugungs- und Verbrauchssituationen, die über intelligenten Messsystemen erfasst und bereitgestellt werden können.

Was ist ein intelligentes Messsystem?

Ein intelligentes Messsystem besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einer Kommunikationseinheit, dem so genannten Smart Meter Gateway. Das Smart Meter Gateway ermöglicht eine datenschutz- und datensicherheitskonforme Erfassung und Übertragung von Daten.

Wer soll mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden?

Verbraucher ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie Erzeuger dezentraler Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) ab 7 kW installierter Leistung. Messstellenbetreiber können weitere Verbraucher einbeziehen, wenn sie dies für sinnvoll erachten. 

Werden bei Haushalten mit intelligenten Messsystemen laufend Messwerte übermittelt?

Nein. Verbraucher bis zu einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden behalten nach Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ihre Daten ´vor Ort´, allein zum Zwecke der Verbrauchsveranschaulichung. Grundeinstellung ist hier die jährliche Übermittlung der Daten. Nur wenn vom Verbraucher ein Tarif gewählt wird, der eine feinere Messung und Übermittlung erfordert, werden weitere Daten an Netzbetreiber und Lieferanten versendet. Der durchschnittliche 4 Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht circa 3.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Wie wird der Datenschutz und die Datensicherheit meiner Daten gewährleistet?

Die Zählerdaten sind auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau eingestuft. Daher werden Technische Richtlinien und Schutzprofile zur Datensicherheit vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorgegeben. Mit einem Siegel des BSI werden nur solche Systeme zertifiziert, die die sehr hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen nachweislich erfüllen.

Kann man einer Einbauverpflichtung widersprechen?

Der Einbau von neuen Zählersystemen ist zu dulden. Dies verhält sich, wie die bisherige Installation eines Stromzählers oder Zählerwechsels nach Ablauf der Eichfrist – bisher sind diese Einbauten beziehungsweise Wechsel ebenfalls zu dulden. 

Was kosten die neuen Messsysteme?

Für moderne Messeinrichtungen und Intelligente Messsysteme fallen jährliche Kosten an, deren Höchstgrenzen vom Gesetzgeber festgelegt sind.

Kosten für Moderne Messeinrichtung pro Jahr, höchstens:

Verbraucher  Erzeuger Peis in brutto 
< 6.000 kWh/a < 7 kW 20,00 €

 

Kosten für Intelligente Messsysteme pro Jahr, höchstens:

Verbraucher  Erzeuger Peis in brutto 
6.000 - 10.000 kWh/a 7 – 15 kW 100,00 €
10.000 - 20.000 kWh/a 15 – 30 kW 130,00 €
20.000 - 50.000 kWh/a 10 – 50 kW 170,00 €
50.000 - 100.000/a 50 – 100 kW 200,00 €

Wann wird mein Zähler gewechselt?

Bei Verbrauchern und Erzeugern mit geringerem Verbrauch und geringere Leistung wird ein Wechsel erst ab 2020 erfolgen. Bis 2032 wird die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH 95 Prozent der Stromzähler im Netz gewechselt haben. Unabhängig davon, wechseln wir einen Zähler immer dann, wenn die Eichfrist des bisherigen Zählers abgelaufen ist. Vor einem Zählerwechsel informieren wir unsere Kunden schriftlich.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

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