Wasserstoff

Wasserstoff gilt derzeit als einer der wichtigsten Pfeiler, um die Energiewende voranzutreiben. Hier erfahren Sie alles rund um den Energieträger der Zukunft.
Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum, das 75% der Gesamtmasse bzw. 93% aller Atome im Sonnensystem ausmacht. Auf der Erde kommt Wasserstoff hauptsächlich als Bestandteil von Wasser (H2O) und in vielen organischen Verbindungen vor. Wasserstoff ist demzufolge überall in großen Mengen vorhanden – allerdings bemerken wir ihn kaum, weil er sehr leicht ist. In reiner Form ist er auf der Erde nur sehr selten vorhanden, weil dieses Gas sehr reaktionsfreudig ist.
Da Wasserstoff nicht oder nur sehr selten in reiner Form vorkommt, wird er künstlich erzeugt. Alle Verbindungen, in denen Wasserstoff vorkommt - also Wasser, aber auch Erdgas, Methan oder Biomasse - können hierfür als Rohstoff verwendet werden.
Welche Wasserstoff-Varianten gibt es?
Als Energieträger kann Wasserstoff Energie speichern und transportieren. Deshalb wird zur Herstellung Primärenergie benötigt. Je nach Primärenergiequelle werden dem Wasserstoff in der Namensgebung unterschiedliche Farben und Bezeichnungen zugeordnet:
Grüner Wasserstoff entsteht durch die Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien. Ein Teil der eingesetzten Energie wird in Wasserstoff umgewandelt – ein kleinerer Teil in Wärme.
Grauen Wasserstoff wird ausschließlich aus fossilen Brennstoffen gewonnen.
Blauen Wasserstoff entspricht dem grauer Wasserstoff. Das entstandene Kohlendioxid wird aufgefangen und gespeichert.
Türkiser Wasserstoff wird durch die thermische Spaltung von Methan aus Erdgas hergestellt.
Roten Wasserstoff entsteht durch die Elektrolyse von Wasser mit Strom aus Kernkraftwerken.
Der seltene weißer Wasserstoff entsteht auf natürlichem Weg in der Erdkruste und wird mittels Fracking-Technologien gewonnen.
Grüner Wasserstoff gilt derzeit als einer der wichtigsten Pfeiler, um die Energiewende voranzutreiben und die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen.
Wie sicher ist Wasserstoff?
Der Umgang mit Wasserstoff ist nicht gefährlicher als der mit anderen gasförmigen Energieträgern. Aufgrund seiner geringen Dichte wird er gasförmig unter hohem Druck oder flüssig bei niedriger Temperatur gespeichert. Erfahrungen aus langjähriger Nutzung bestätigen die Sicherheit.
Die Gefahr, dass sich Wasserstoff entzünden oder gar explodieren kann, ist sehr gering. Wasserstoff an sich ist nicht brennbar. Nur in Verbindung mit Sauerstoff wird Wasserstoff zu einem zündfähigem Gemisch. Explosiv wird Wasserstoff erst, wenn ein Sauerstoffanteil von mindestens 18% vorliegt. Die Vermengung dieser beiden Elemente ist jedoch recht schwierig, weil Wasserstoff zirka 14mal leichter ist als Luft und sich schnell verflüchtigt. Die Nutzung von Wasserstoff ist also als sehr sicher einzustufen.
Wer produziert Wasserstoff?
Mehrere Länder, darunter Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden, planen die großtechnische Produktion von grünem, violettem, blauem und türkisen Wasserstoff.
Um die großen Mengen des globalen Bedarfs bereitstellen zu können, wird Wasserstoff ein global gehandeltes Produkt. Dazu führt die deutsche Bundesregierung Gespräche mit Ländern wie Algerien, Namibia, Indien, Canada oder Saudi-Arabien, um Lieferverträge abzuschließen. Für grün produzierten Wasserstoff müssen in diesen zukünftigen Partnerländern erneuerbare Stromerzeugungsanlagen (z.B. PV, Wind, Wasserkraft) in großen Mengen aufgebaut werden. Alle Anlagen um die zukünftige Wasserstoffproduktion bewerkstelligen zu können, sind heute in den ersten Konzept- und Planungsphasen.
Der in Deutschland produzierte Wasserstoff wird überwiegend aus Überschussstrom produziert, der nicht direkt genutzt oder über die Stromnetze abtransportiert werden kann. Im Netzgebiet der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm wird Wasserstoff zukünftig von der SWU Energie GmbH und anderen Akteuren dezentral produziert.
Wann kommt der Wasserstoff in unsere Region?
Das H2-Kernnetz wird voraussichtlich bis 2034 direkt an Ulm vorbeiführen, so dass ab diesem Zeitpunkt die Beimischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz möglich ist. In den kommenden Jahren können sich zusätzlich dezentrale Wasserstoffproduktionsanlagen entwickeln, die sowohl zur Beimischung als auch zur Verteilung von reinem Wasserstoff beitragen.